Chinesische Sprachfamilie

Die chinesische Sprache ist der weitaus wichtigste Vertreter der sinotibetischen Sprachfamilie, die neben dem Indogermanischen die größte Sprachfamilie der Welt ist. Sie zerfällt in die beiden Hauptzweige der sinitischen Sprachen, die von über 1,2 Milliarden Menschen gesprochen werden, und der tibetobirmanischen Sprachen mit nur etwa 70 Millionen Muttersprachlern.

Alter und Verbreitung der sinotibetischen Sprachfamilie

Das Chinesische ist in ganz China sowie in Taiwan Amtssprache und wird in weiten Teilen Ostasiens auch von den dort lebenden chinesischen Minderheiten gesprochen. Man unterscheidet heute acht Hauptdialekte des Chinesischen, die phonetisch zum Teil erhebliche Unterschiede aufweisen, aber durch die stets gleiche Schrift verbunden sind.

Erste Zeugnisse der Sprache sind die sogenannten Knocheninschriften zu Orakelzwecken, die aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr. stammen. Als Amtssprache in China selbst hat sich die Sprache spätestens mit der Gründung des Kaiserreiches (221 v. Chr.) durchgesetzt. In anderen Ländern Südostasiens war Chinesisch lange Zeit als Sprache der gelehrten Oberschicht („Literati“) verbreitet.

Im Gegensatz dazu sind die tibetobirmanischen Sprachen vor allem im Himalaya, in Südostasien und in Nordindien beheimatet. Entsprechend der extremen geografischen, historischen und politischen Zersplitterung ihres Verbreitungsgebietes und der Nähe zu anderen Sprachfamilien bestehen innerhalb der tibetobirmanischen Sprachen sehr große Unterschiede in Bezug auf Grammatik, Syntax und Phonetik, die zudem nicht durch die einigende Klammer einer gemeinsamen Schrift überwunden werden können.

sinotibetischen Sprachfamilie

Die sinotibetischen Sprachfamilie im Vergleich zu den anderen Sprachfamilien der Welt (Bild: Lorn10/ Wikipedia.de unter CC BY-SA 3.0)

Heutige Bedeutung der sinotibetischen Sprachfamilie

Während die tibetobirmanischen Sprachen international wenig Beachtung finden und teilweise sogar vom Aussterben bedroht sind, gehört das Chinesische zu jenen Sprachen, deren Bedeutung auch international stetig zunimmt. Nach der Öffnung Chinas durch Deng Xiaoping spielt China eine schnell wachsende internationale wirtschaftliche und politische Rolle, die eine zunehmende Bedeutung der sinitischen Sprachen initiiert hat.

Dabei kommt von den acht Hauptdialekten natürlich der als „Hochchinesisch“ oder „Mandarin“ bezeichnete chinesischen Amtssprache die größte Bedeutung zu.

Die zunehmende Zahl von Ausländern, die sich um das Erlernen der chinesischen Sprache bemühen, belegt, dass die Bedeutung, die man dieser Sprache international beimisst, größer ist als die Schwierigkeiten, die mit ihrem Erlernen verbunden sind. Es steht zu erwarten, dass diese Entwicklung sich weiter beschleunigen wird.


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