Chinesische Schriftzeichen

Die chinesischen Schriftzeichen sind eine besondere Eigenart der chinesischen Sprache, die diese Sprache einerseits sehr interessant und schön erscheinen lassen, andererseits aber dafür verantwortlich sind, dass das Chinesische als eine der am schwersten zu erlernenden Sprachen der Welt gilt.

Herkunft und Geschichte der chinesischen Schriftzeichen

Die ersten chinesischen Schriftzeichen erscheinen auf Orakelknochen im zweiten Jahrtausend v. Chr. in den Gebieten südlich des Huanghe („Gelber Fluss“). Mit der Gründung des chinesischen Kaiserreiches (221 v. Chr.) ging auch eine vom Kaiser befohlene Vereinheitlichung der Schriftzeichen und ihre Verbreitung als Schriftsprache des gesamten chinesischen Reiches einher.

Blieben die Schriftzeichen über etwa 2.000 Jahre praktisch unverändert, kam es nach der Ausrufung der Volksrepublik China (1949) zu starken Bestrebungen zur Schriftvereinfachung. Um die Zahl der Analphabeten zu reduzieren, wurden viele der am häufigsten verwendeten Schriftzeichen stark verkürzt, wodurch sie leichter erlernt und schneller geschrieben werden können.

Fakt ist allerdings, dass vor allem in Taiwan und bei fast allen Auslandschinesen die „Langzeichen“ genannten traditionellen Schriftzeichen weiterhin in Gebrauch sind und zumindest jeder historisch Interessierte um das Erlernen dieser Langzeichen nicht herumkommt.

chinesische Schriftzeichen

Eine Auswahl chinesischer Schriftzeichen (Bild: tiantan – Fotolia.com)

Umfang und Natur der chinesischen Schriftzeichen

Die umfangreichsten Zeichenlexika verzeichnen zwischen 40.000 und 60.000 chinesische Schriftzeichen, die freilich zum größten Teil heute keine Verwendung mehr finden. Im modernen China genügt das Beherrschen von etwa 800 Zeichen, um im Alltag zurechtzukommen. Mit etwa 2.500 Schriftzeichen kann man praktisch jede Zeitung flüssig lesen. Moderne Zeichenlexika umfassen meist knapp 10.000 Zeichen.

Chinesische Schriftzeichen haben sich zunächst als „Piktogramme“ entwickelt, also Bildzeichen, die ihren Sinn schon durch ihr äußeres Aussehen verraten. Da die Zahl der verständlichen Bilder jedoch sehr begrenzt ist, entstanden Zigtausende von „Ideogrammen“, deren Sinn nicht allein schon aus ihrem Aussehen erschlossen werden kann.

Meist bestehen die chinesischen Schriftzeichen aus mindestens zwei Teilen, wovon einer als „Radikal“ („Wurzelzeichen“) bezeichnet wird, der einen – allerdings sehr allgemeinen – Hinweis auf den Sinn des Zeichens vermittelt und zudem das Auffinden in Zeichenlexika ermöglicht. Der zweite Teil wird als „Lauter“ bezeichnet und gibt einen – wiederum sehr vagen – Hinweis auf die Phonetik des jeweiligen Zeichens.


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