Besonderheiten der chinesischen Grammatik

Die Grammatik der chinesischen Sprache weist einige Besonderheiten auf, die das Erlernen des Chinesischen sehr stark vereinfachen können und damit über die Schwierigkeit des Memorierens von tausenden von Schriftzeichen hinweg trösten können.

Besonderheit der chinesischen Grammatik

Das moderne Chinesisch ist eine isolierende Sprache, die keinerlei Flexion kennt: Jedes einzelne Schriftzeichen ist ein ganzes Wort, wobei mehrere Zeichen aneinandergefügt werden, um längere und besonders moderne Wörter zu bilden, deren Bedeutung sich aus dem Zusammenhang der Einzelzeichen ergibt (e.g.: „dian“ bedeutet „Elektrizität“, „nao“ bedeutet „Gehirn“ – „dian nao“ heißt dann „Computer“, ähnlich unserem „Elektronengehirn“).

Da die grammatischen Beziehungen zwischen den einzelnen Zeichen (Wörtern) eines Satzes durch keinerlei Endungen gekennzeichnet werden, müssen Tempus, Genus, Numerus und Modus sowie alle Funktionen der Zeichen im jeweiligen Satz durch andere Hilfsmittel dargestellt werden, was die chinesische Grammatik sehr einfach gestaltet.

Suffixe und Partikel

Bestimmte Zeichen können – neben ihrer Bedeutung als einzelnes Zeichen – eine rein grammatikalische Funktion haben, in welcher sie als Suffix einem anderen Zeichen nachgestellt werden. Das bekannteste ist das Pluralsuffix „men“, das zum Beispiel aus dem Zeichen „wo“ („ich“) den Plural „women“ („wir“) macht.

Wieder andere Zeichen werden zum Beispiel ans Satzende gestellt, um einen ansonsten unveränderten Aussagesatz in eine Frage zu verwandeln oder Modi (wie Konjunktiv oder Imperativ) oder Tempi usw. auszudrücken.

Weitere Partikel fungieren als idiomatische „Zählwörter“, wie etwa „ben“ für Bücher und Hefte, „ba“ für Gegenstände mit einem Griff etc. – die chinesische Grammatik kennt Hunderte von Zeichen, die als Partikel oder Suffixe verwendet werden können.

Satzstellung

Die Flexionslosigkeit der chinesischen Sprache weist der Syntax eine erhebliche Sinn stiftende Bedeutung zu. Grundsätzlich gilt im Chinesischen die Subjekt-Prädikat-Objekt-Satzstellung: Werden Subjekt und Objekt vertauscht, so wird aus dem „Agens“ ohne jede weitere Veränderung das „Patiens“.

Attribute werden dem durch sie bezeichneten Substantiv vorangestellt, Zählwörter stehen ebenfalls vor dem Substantiv und, falls vorhanden, vor dem Attribut.


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