Geschichte Chinas

China ist eine der weltweit ältesten menschlichen Hochkulturen. Die frühesten noch vorhandenen schriftlichen Originaldokumente, die Aufschluss über die chinesische Kultur geben können, reichen bis in das ca. 15. vorchristliche Jahrhundert zurück.

Chinesische Antike

Die dokumentierte Geschichte Chinas beginnt während der Xia-Dynastie, die vermutlich Mitte des 18. vorchristlichen Jahrhunderts ihren Anfang nimmt. Vom ca. 16. bis 11. vorchristlichen Jahrhundert folgt die Shang-Dynastie; auf die Zeit dieser Herrschaftsperiode gehen auch die ersten erhaltenen Schriftzeugnisse zurück.

Während des 11. bis 3. Jahrhunderts vor Christus ist die Zhou-Dynstie vorherrschend, die unter anderem viele bedeutende chinesische Philosophen hervorbringt.

Kaiserzeit: Qin-Dyastie und Han-Dynastie

Der erste Kaiser der mehr als 2.000-jährigen chinesischen Kaiserzeit entspringt der Qin-Dyastie, die auf die Zeit von 221-207 v. Chr. datiert werden kann. Der selbst ernannte erste Kaiser Zhao Zheng erzielt durch Feldzüge eine Reichseinigung des zuvor in Königreiche unterteilten Chinas. Während der Qin-Dynastie kommt es unter anderem zu einer Vereinheitlichung der Schrift und zur Errichtung der Chinesischen Mauer in Zwangsarbeit.

Chinesische Mauer

Die Chinesische Mauer (Bild: James Stuart Griffith - Fotolia)

Nach dem Tod des ersten Kaisers geht aus einem Bürgerkrieg die Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) hervor. Die Periode der Han-Dynastie wird auch als Blütezeit der chinesischen Kaiserzeit bezeichnet. Hierauf gründet sich auch die Bezeichnung ‚Han-Chinesen‘ für das chinesische Volk. Der Buddhismus hält während der Han-Dynastie Einzug in China.

Dem letzten Kaiser der Han-Dynastie folgt eine 60-jährige Teilung Chinas in drei Königreiche, die schließlich 265 n. Chr. in die Jin-Dynastie übergeht. Aufgrund innerer Machtkämpfe zerfällt diese Dynastie im Jahr 420 n. Chr. wieder und es kommt bis zum Jahr 589 zu einer Spaltung Chinas in südliche und nördliche Dynastien.

Von der Sui-Dynastie zur Qing-Dynastie

Unter der Sui-Dynastie (589-618) entsteht zwar wieder einer Einheit Chinas, wegen Volksaufständen wird die Dynastie aber bald von der T’ang-Dynastie (618-907) abgelöst. Ebenso wie unter der Han-Dynastie floriert China in dieser Periode. Christentum und Zen-Buddhismus gelangen erstmals nach China und der Handel mit dem Westen über die Seidenstraße wächst.

690 bis 705 ergreift die einzige Kaiserin (Wu Zetian) in Chinas Geschichte die Macht. Innere Machtkämpfe bringen die Dynastie schließlich zu Fall.

Nach erneuter Teilung Chinas von 907-960 herrscht in den Jahren 960-1279 der sogenannte Chinesische Dreibaum aus drei Dynastien. Während dieser Zeit entwickelt sich ein neues chinesisches Nationalbewusstsein.

Aus einem militärischen Übergriff des mongolischen Heers auf China entsteht die Yuan-Dynastie (1261-1368) unter der Herrschaft der Mongolen. Eine geplante Eroberung Japans durch das wirtschaftlich florierende Land wird durch einen Taifun vereitelt.

Durch eine Bauernrevolte (Rote Turbane) wird die Fremdherrschaft der Mongolen beendet und die Ming-Dynastie (1368-1644) kommt an die Macht. Die während der Yuan-Dynastie dezimierte Bevölkerung verdoppelt sich unter der Ming-Dynastie, die private Sklaverei wird verboten und die Urbanisierung wächst. China wird zu einer führenden Seenation.

Zum Schutz gegen die Mongolen wird die Große Mauer repariert und auf ihren heutigen Stand gebracht. Bauernaufstände und ein Militärputsch ermöglichen schließlich den Qing-Armeen die Übernahme Chinas. Die Qing-Dynastie (1644-1911) sollte die letzte Dynastie Chinas sein. Während des 18. Jahrhunderts verdoppelt sich die chinesische Bevölkerung auf 400 Millionen Menschen.

Hong Kong

Hong Kong (Bild: Jürgen Effner - Fotolia)

Nach dem Ersten und Zweiten Opiumkrieg wird Hongkong der britischen Herrschaft überschrieben. Niederlagen wie die während des Boxeraufstands (1900) schwächen das Kaisertum, bis es 1911 unter dem Druck von Revolutionären gestürzt wird.

Ende der Kaiserzeit und Republik

Während verschiedene Kräfte für eine Republik China kämpfen, kommt es 1917 während des Ersten Weltkrieges zur Kriegserklärung Chinas an Deutschland. Nach jahrzehntelangen Kämpfen mit Japan und inneren Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Nationalisten wird am 1. Oktober 1949 unter der Oberhand der Kommunisten die bis heute existierende Volksrepublik China nach dem Vorbild der Sowjetunion gegründet.

Der Parteivorsitzende Mao hatte im Frühjahr des gleichen Jahres den Begriff der „demokratischen Diktatur“ geformt. Die besiegten Nationalisten flüchten im Jahr 1949 nach China, wo sie die Republik China bis heute fortführen.

1950 tritt China in den Koreakrieg (1950-1953) ein. Gegner des Regimes im eigenen Land werden zunehmend politisch verfolgt. Politischen Kampagnen folgt in den Jahren 1959 bis 1961 eine große Hungersnot in der Bevölkerung.

Mitte des 20. Jahrhunderts nimmt Chinas Zerwürfnis mit der Sowjetunion zu; am 25. Oktober 1971 wird China dann in die UNO aufgenommen.

Nach dem Tod Mao Zedongs erfolgt in China eine Ausrichtung an der sozialistischen Marktwirtschaft. Nachdem im Jahr 1987 das seit 1949 geltende Kriegsrecht aufgehoben wurde, zeigt sich in China eine Demokratisierungstendenz.

Jedoch schlug das chinesische Militär am 3. und 4. Juni 1989 im Zentrum Pekings gewaltsam die Proteste der Bevölkerung nieder. Zahlreiche Menschen hatten zuvor den Platz des himmlischen Friedens besetzt und für die chinesische Demokratiebewegung protestiert. Vorbild waren die Vorgänge in Osteuropa. Zur gleichen Zeit weilte Gorbatschow in China, der als Hoffnungsträger angesehen wurde.

Nach den ersten freien Parlamentswahlen 1992 folgen 1996 direkte Präsidentschaftswahlen. Bis heute herrschen in China jedoch keine demokratischen Grundsätze und Werte.


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