Ahnenverehrung in China

Als fester Bestandteil der chinesischen Volksreligion blickt die Ahnenverehrung auf eine lange Geschichte zurück. In China wird der Tod als Schlaf angesehen, aus dem der Verstorbene wieder erwachen kann. Aus diesem Grund besitzt jedes gläubige Haus in China einen Hausaltar, den Ahnenaltar, der mit den Namen der verstorbenen Verwandten versehen ist und mithilfe dessen den Seelen der Toten auch Opfergaben angeboten werden.

Die Bestattung

Nach einigen Tagen währender Aufbahrung, bei der den Toten die letzte Ehre erwiesen werden soll, werden beim Trauerzug papierene Gegenstände wie Laternen mit den Namen der Verstorbenen und kunstvoll gefaltete Figuren verbrannt. Auch das „Totengeld“, ein auf Reispapier gedrucktes Geld, das bei der Bestattung verbrannt wird, um sich der Gunst der Ahnengeister sicher zu sein, ist fest in den Ritualen eines chinesischen Begräbnisses verankert.

Tag der Toten

Das Qingming-Fest Anfang April ist das offizielle Totengedenkfest. An diesen Tag werden die Gräber der Verwandten besucht und diese mit Nahrung, Blumen und verzierten Alltagsgegenständen geschmückt. Ebenso die Verbrennung von Totengeld ist Teil dieses Festes.

Auch werden beim Qingming-Fest kunstvoll verzierte Gegenstände aus Papier wie Anzüge oder auch Autos verbrannt, die den Toten in ihrem Reich zur Verfügung stehen sollen und die die Toten außerdem den Lebenden wohlgesonnen stimmen sollen. Das Anzünden von Weihrauchstäbchen am Grab ist ebenfalls Teil der Tradition.

Ahnenverehrung im Alltag

Auch nach der Bestattung ist es die Aufgabe der Hinterbliebenen, die Ehre der Ahnen aufrechtzuerhalten. Mit Opfergaben und Gebeten wird die Nähe zu den Ahnen bewahrt.

Immer noch als Teil der Familie angesehen, sollen die Ahnen einen günstigen Einfluss auf bevorstehende Ereignisse ausüben, weshalb bei wichtigen Entscheidungen auch der Ahnenaltar hinzugezogen wird.


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