Traditionelle chinesische Medizin: Der Körper als Ganzes

Die chinesische Medizin hat sich seit mehr als 2000 Jahren entwickelt und beruht auf jahrhundertelanger Erfahrung. Mit ihr lassen sich Naturgesetze erklären und Gegensätze vereinen. So wusste schon der chinesische Philosoph Lao Tse: „Sein und Nichtsein erzeugen voneinander, Schwer und Leicht vollenden einander, Lang und kurz gestalten einander, Hoch und Tief verkehren einander.“

Meridiane in der traditionellen chinesischen Medizin

Meridiane in der traditionellen chinesischen Medizin (Bild: gemeinfrei/Wikipedia)

Vereinte Gegensätze für die Selbstheilung

Ziel der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist es, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Dabei stützt man sich auf verschiedenen Theorien, wie die Fünf-Elemente-Lehre, den Grundsatz von Yin und Yang sowie Qi. Bei der TCM gibt es die Elemente Holz, Feuer, Erde, Wasser und Metall, die in einen Kreislauf gebunden sind und die fünf Organe Leber, Herz, Milz, Lunge und Nieren beeinflussen.

Der Philosoph Lao Tse stellte außerdem fest, dass alles von Gegensätzen, von Yin und Yang, sowie von der Lebensenergie, Qi, bestimmt wird. Um gesund zu sein, muss ein bestimmtes Verhältnis von Yin und Yang herrschen und sich der Körper im Gleichgewicht befinden. Diese beiden Komponenten beeinflussen unsere Energiebahnen im Körper, die Meridiane. Meridiane bedeuten übersetzt „Lebenslinien“, bei denen das Qi im Körper fließt. Daher ist es ein äußerst wichtiger Grundsatz der Chinesen, stets den ganzen Körper zu betrachten.

Der Mensch als Ganzes

Bei der traditionellen chinesischen Medizin gibt es vier Methoden zur Diagnostik: Befragung, Betrachtung, Hören/ Riechen sowie Betasten. Dabei wird nicht nur die Stelle des Schmerzes, sondern der ganze Patient betrachtet. Der Arzt beobachtet auch die Körperhaltung, achtet auf die Stimme und Atmung sowie Zungenbelag, Stuhlgang und Puls.

Traditionelle chinesische Medizin

TCm setzt auf eine ganzheitliche Betrachtung des Körpers. (Bild: Yongxinge/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Beschwerden können in der chinesischen Medizin mit dem Gegenteil therapiert werden, denn so lässt sich das Gleichgewicht im Körper wiederherstellen. Dementsprechend wird Erkältung mit Wärme therapiert und der Körper bei Schwäche angeregt. Bei dieser Form der Medizin wird oft mit Naturstoffen gearbeitet, die meist pflanzlich sind und über Tees eingenommen werden. Eine häufig angewandte Technik ist zudem die Akupunktur. Durch die Fünf-Elemente-Lehre weiß man, dass sich alle Organe gegenseitig beeinflussen und über Akupunkturpunkte kann somit auf alle Organe Einfluss genommen werden. Dabei kann man die Wirkung der Therapie mit Moxa-Wolle verstärken, indem sie an den Nadeln entzündet wird.

Moxa-Zigarren gegen kalte Füße

Die Moxa-Therapie kann aber nicht nur unterstützend, sondern auch eigenständig angewendet werden. Der therapierende Arzt oder Heilpraktiker zündet eine Moxa-Zigarre an, die die Akupunkturpunkte erhitzt. Neben dieser Form der Therapie gibt es noch die Tuina-Massage, die auf der Gegensatz-Theorie beruht, da abwechselnd leicht und stark massiert wird. Auch bestimmte Bewegungsübungen sollen der Gesundheit zugutekommen, zum Beispiel Tai Chi.

Schädliches Fasten

Durch den großen Einfluss der Organe auf das gesamte Leben ist es auch wichtig, sich richtig zu ernähren. Dabei sind Ausgewogenheit, eine geeignete Nahrungs- und Trinkmenge und das Nicht-Fasten von Bedeutung, da Fasten außer bei einem Völlegefühl Schäden verursachen kann. Man kann jedoch beispielsweise einen Yin-Mangel, den der Arzt festgestellt hat, mit yin-betontem Essen ausgleichen.


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