Konfuziustempel in Taipeh: Bauwerk mit Geschichte

Taipeh ist die Hauptstadt der vor dem chinesischen Festland angelagerten Insel Taiwan. Was dessen rechtliche Zugehörigkeit anbelangt, so ist diese seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ungeklärt. Auf der Insel selbst trifft man auf eine religiöse Vielfalt. So besteht die Bevölkerung Taiwans aus Anhängern von Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Damit verbunden ist eine Vielzahl an religiösen Bauwerken, die zu den Sehenswürdigkeiten der Insel zählen. Als besonderes Highlight gilt der im 19. Jahrhundert erbaute Konfuziustempel.

Lingxing-Tor am Konfuziustempel in Taipeh

Lingxing-Tor am Konfuziustempel in Taipeh (Bild: Udo Schoene/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Historischer Hintergrund des Tempels

Für den Konfuzianismus ist der im Stadtteil Datong gelegene Konfuziustempel von großer Bedeutung. Dieser wurde bereits 1879 erbaut. Mit der Besetzung Taiwans durch japanische Truppen im Jahre 1894 wurde gleichzeitig auch der Konfuziustempel von den Japanern in Beschlag genommen. An eine Abhaltung von Riten zu Ehren von Konfuzius war an dieser Stelle nicht mehr zu denken.

1907 musste der Tempel schließlich zugunsten einer Mädchenschule weichen. Auf Anliegen von mehreren Privatpersonen wurde 1925 eine Neuerrichtung in Angriff genommen. Beinahe 15 Jahre sollte der Bau in Anspruch nehmen, ehe er vollkommen fertiggestellt war.

Besonderheiten des Bauwerks

Für einen Konfuziustempel, der im Normalfall eher für seine Schlichtheit bekannt ist, weist dieser Tempel einiges an Prunk auf. Alljährlich wird am 28. September der Geburtstag von Konfuzius feierlich begangen. Mit einigen Zeremonien wird dabei dem großen Philosophen gedacht. Der Konfuziustempel ist hinsichtlich seiner Architektur ein Paradebeispiel für die klassische chinesische Tempelarchitektur und orientiert sich damit an jenen in Shandong. Eine große Schar an Touristen wird jedes Jahr dank der Faszination, die der Tempel ausstrahlt, nach Taipeh gelockt.


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