Die besten Methoden zum Chinesisch-Lernen

China befindet sich industriell und kulturell immer mehr auf dem Vormarsch. Deshalb verbreitet sich Chinesisch in den westlichen Ländern zunehmend als Geschäftssprache. Wer diese Sprache erlernen will, steht vor einer großen Herausforderung, die abhängig vom eigenen Anspruch mithilfe einer geeigneten Methode und viel Fleiß bewältigt werden kann.

Die Naturmethode

chinesische Schriftzeichen

Eine Auswahl chinesischer Schriftzeichen (Bild: tiantan – Fotolia.com)

Startet man ohne jegliche Vorkenntnisse, ist die erste und größte Hürde die immense Anzahl chinesischer Schriftzeichen. Jedes dieser Zeichen bildet genau eine Silbe ab, sodass es mehrere Tausend verschiedene Schriftzeichen gibt. Möchte man Chinesisch häufiger anwenden als nur in der gesprochenen Form während des Urlaubs, ist man auf das mühsame Auswendiglernen angewiesen.

Das bloße Sprechen lässt sich mit der Naturmethode üben. Hierbei lernt man nicht das komplexe Zeichensystem, sondern greift auf eine Umschrift zurück, die sich Pinyin nennt und mittels lateinischem Alphabet sämtliche Laute des Chinesischen abbilden kann. Chinesisch lernen nach der Naturmethode führt besonders bei Anfängern zu schnellen Erfolgen, bleibt jedoch auf die rein sprachliche Ebene beschränkt.

Die Heisig-Methode

Die Pinyin-Grundlage zum Erlernen der chinesischen Sprache wird nicht jedem Anspruch gerecht, der Lernerfolg stagniert recht frühzeitig. Da Chinesisch auf Zeichen beruht, muss beim ernsthaften Erlernen der umständlichere Weg gegangen werden. Zunächst muss man einen logischen Aufbau der unzähligen Schriftzeichen erkennen. Die immer wiederkehrenden Elemente, aus denen die meisten Zeichen bestehen, werden als Radikale bezeichnet und dienen als Ausgangslage für die Heisig-Methode. Der Philosoph James Heisig entwickelte in den 70er Jahren eine Methode, bei der jedes Schriftzeichen in seine Einzelkomponenten zerlegt wird und die einzelnen Radikale im Schriftzeichen eine Geschichte bilden.

Hierbei spielt die Bedeutung der einzelnen Radikale und Schriftzeichen keine Rolle, nur das Bild, das in ihnen erkannt wird, dient der möglichst fantasievollen Einbettung in eine Geschichte. Zweck der Heisig-Methode ist es, dem Gehirn neue Reize und Impulse zu geben, auf die es im Lernprozess kombiniert mit anderem Input zurückgreifen kann. Allerdings ist zum einen problematisch, dass längst nicht in allen Zeichen eindeutige Bilder und Geschichten zu erkennen sind. Zum anderen bleibt die Methode nur auf die Zeichen des chinesischen Alphabets beschränkt, für ganze Wörter ist sie nicht umsetzbar.

Die Rosetta Stone-Methode

Ein Sprachlernsystem, das nicht auf eine Referenzsprache zurückgreift, ist die Rosetta Stone Methode. Frei von Übersetzungen lernt man eine Fremdsprache so wie auch ein Kleinkind an seine Muttersprache herangeführt wird. Das kann für eine komplexe Sprache wie Chinesisch von Vorteil sein. Die Methode basiert auf einer Software, zu deren Lieferumfang viel Audio-Material sowie ein Headset gehören. In mehreren Lernstufen und ohne Basis bis auf einfache Bilder sowie die Sprache selbst tastet man sich an das Hören und an das Nachsprechen heran. Das Programm erkennt die Aussprache und schätzt die guten und verbesserungswürdigen Passagen ein. Durch eine intensive Wiederholung und zahlreiche Überprüfungsmöglichkeiten führt die Rosetta Stone-Methode zu schnellen Fortschritten. Nachteilig ist die mangelhafte Einbeziehung von Schriftzeichen, welche man sich separat mit der Heisig-Methode einprägen muss. Zudem ist das Softwarepaket verhältnismäßig teuer.


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