Chinesische Tischkultur: Was wie gegessen wird

In China besteht eine ganz eigene Tischkultur, die sich eklatant von den hier bekannten Regeln zur Etikette unterscheiden. Es kommen nicht nur andere Speisen auf den Tisch, sondern auch das Verhalten beim gemeinsamen Speisen ist anders – nicht nur, weil es anstelle von Besteck ausschließlich Stäbchen für die Nahrungsaufnahme gibt.

Chopsuey mit Reis

Chinesische Gerichte werden in munderechten Happen serviert. (Bild: Dušan Zidar – Fotolia)

Keine festgelegte Speisefolge

Anders als in Deutschland gibt es in China keine bestimmte Folge der Speisen. Es wird also nicht zuerst Suppe aufgetragen, danach das Hauptmenü und schließlich das Dessert, sondern der Speiseplan wird einzig und allein und nach individuellen Ideen und Wünschen vom Gastgeber bestimmt. Oftmals werden dabei ganz unterschiedliche Speisen nebeneinander serviert und von allem gleichzeitig gegessen.

Zu den weltweit bekannten Klassikern der chinesischen Küche gehören beispielsweise Frühlingsrolle und Pekingente. Letztere wird bereits vor dem Servieren zerteilt, sodass mit Stäbchen gegessen werden kann. Bei den in China ebenfalls beliebten Suppen kommen große Keramiklöffel zum Einsatz oder die flüssige Mahlzeit wir direkt aus der Schale getrunken.

Fettnäpfchen meiden

Schlüfernde Geräusche oder auch Schmatzen und Rülpsen sind dabei kein Problem, den anders als in der westlichen Welt gehören diese akustischen Begleiterscheinungen wie selbstverständlich zu einem geselligen Essen dazu. Wer Gäste bewirtet muss jedoch ein anderes Fettnäpfchen umschiffen: Denn auch wenn es allen gut schmeckt, sollte immer etwas übrig bleiben. Andernfalls hätte der Gastgeber zu wenig angeboten und würde somit als wenig großzügig gelten. Gäste sollten im Umkehrschluss deshalb nicht allzu gierig zuschlagen und darauf achten, dass dieser Affront für beide Seiten umgangen wird. Wer hierzulande chinesisch tafeln möchte, kann auf zahlreiche spezialisierte Lieferdienste ausweichen, die auf Wunsch auch Nachschub bereitstellen können.

Ein weiteres Fettnäpfchen, das es zumindest bei Einladungen von chinesischen Gastgebern zu meiden gilt, sind in den Reis hineingesteckte Essstäbchen. Dies ist lediglich bei Trauerzeremonien üblich und sollte ansonsten tunlichst unterlassen werden. Sind die Stäbchen gerade nicht in Gebrauch gehören sie stattdessen auf ein kleines Bänkchen, das neben dem Teller platziert ist.

Trinkkultur in China

Zu den warmen Speisen wird oftmals Reiswein gereicht. In vielen Restaurants ist es mittlerweile jedoch auch üblich, Tee oder andere alkoholische Getränke zu trinken. Auch chinesisches Bier, dessen Herstellung bis heute durch einstige deutsche Kolonialherren geprägt ist, wird immer beliebter. Wein aus Trauben wird hingegen eher konsumiert, um die europäische Kultur nachzuahmen und gilt somit als Statussymbol.


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